Transcript: Asthma bei Kindern und Jugendlichen - wie können Eltern in schwierigen Zeiten unterstützen?
Im Laufe des Lebens treten bei allen Menschen verschiedene Veränderungen auf, und insbesondere die Kindheit und die Jugendzeit sind durch einige Veränderungen gekennzeichnet. Das ist beispielsweise der erste Tag im Kindergarten – nicht mehr zu Hause im gewohnten Umfeld, sondern fremde Menschen, fremde Kinder –, der Schulbeginn, die Pubertät, der Ausbildungsbeginn oder auch der Eintritt in den Beruf.
All diese Veränderungen können mehr oder weniger normal ablaufen. Sie haben aber auch grundsätzlich ein gewisses Krisenpotenzial, sodass diese Veränderungen eben zu Herausforderungen werden. Eine Herausforderung ist sicherlich auch die Diagnose eines Asthma bronchiale. Nicht immer ist damit nur die Erleichterung verbunden, dass man jetzt weiß, woher die Atemnot kommt und wie man ihr Abhilfe leisten kann, sondern damit verbunden sind vielleicht auch Sorgen um die Erkrankung, körperliche Einschränkungen, zum Beispiel im Freizeitsport, oder auch die Frage, wie das Umfeld darauf reagiert – wie der Freundeskreis beispielsweise die Diagnose mit annimmt, ob dann Mobbing einsetzt oder Verständnis.
Neben diesem Krisenpotenzial, das die Diagnose Asthma hat, kommt seit jüngster Zeit auch noch dazu, dass die Veränderungen der Umwelt, die Umweltkrise, ebenfalls einen Einfluss auf das Asthma haben. Nicht nur, dass es die Ausprägung, den Schweregrad mit beeinflussen kann, sondern auch den Verlauf der Erkrankung. Und gerade Jugendliche machen sich Gedanken über die Umweltveränderungen und was das für sie selber und für ihre Zukunft bedeutet. Und das wiederum hat einen Einfluss auf das Asthma, denn die Angst vor den Veränderungen durch den Klimawandel beeinflusst die Lebensqualität nicht nur gesunder Menschen, sondern gerade auch von Asthmatikern.
Deswegen ist es wichtig, dass man das als Betroffener, als Angehöriger, aber natürlich auch als Ärztin oder als Arzt im Hinterkopf hat, weil es hierauf zu reagieren gilt. Wir sind diesen Ängsten und den Sorgen, die damit verbunden sind, nicht hilflos ausgesetzt, sondern es gibt sehr wohl Möglichkeiten, wie wir dieser Krise auch in einem guten, in einem positiven Sinne begegnen können. Dazu gehört zum Beispiel, dass man trotz der Ernsthaftigkeit der Situation nicht die Angst schürt, sondern Zuversicht vermittelt und auch erklärt, warum wir trotz allem mit Zuversicht in die Zukunft blicken können.
Dazu gehört, dass wir motivieren, dass es trotz der Schwierigkeit der Situation wichtig ist, dass die Asthmatherapie gut und regelmäßig und richtig durchgeführt wird, und dass selbst die Erkrankung Handlungsoptionen vermittelt – gerade im Umfeld des Klimawandels eine Therapie so durchzuführen, dass sie das Klima nicht noch zusätzlich belastet.
Also: Wichtig ist zum einen, die Therapieadhärenz, die Therapietreue im Blick zu halten. Es ist wichtig, dass das Kind, der Jugendliche vom ersten Mal an die Medikamente regelmäßig und in einer guten Form nimmt. Und wir können ganz offen auch darüber sprechen, dass die Auswahl von Asthmamedikamenten beziehungsweise die Form, wie sie dargereicht werden, einen Einfluss auf die Umwelt haben. Es gibt Medikamente aus dem Bereich der Asthmatherapie, die einen negativen Einfluss auf die Umwelt haben durch die Treibgase, die durch den Gebrauch dieser Medikamente freigesetzt werden und einen schlechten ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Und es gibt wiederum Medikamente, bei denen das nicht der Fall ist. Und das sind vor allen Dingen die treibgasfreien Pulverinhalatoren, die eine sehr gute Klima- und Umweltbilanz haben.
Und wenn man als Asthmatiker, als betroffener Patient, sozusagen hier besonders darauf achten möchte, dass die eigene Therapie umweltfreundlich stattfindet, dann sollte man darauf achten, mit Pulverinhalatoren erst einmal zu behandeln. Voraussetzung ist natürlich immer, dass man dazu in der Lage ist, diese Therapie auch richtig durchzuführen, denn das Medikament soll natürlich in erster Linie auch wirken und in zweiter Linie dann auch die Kriterien der Umweltverträglichkeit mit erfüllen.
Wichtig ist auch – und auch das ist ein Beitrag nicht nur zu einer guten, gelingenden Asthmatherapie, sondern auch zu einer umweltverträglichen Asthmatherapie –, dass das Asthma gut eingestellt ist, dass die regelmäßige Asthmatherapie auch wirklich regelmäßig genommen wird, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Notfallsituation kommt, in der dann Medikamente zusätzlich genommen werden müssen, die möglicherweise auch einen klimarelevanten Einfluss haben, deutlich geringer.
Also alles zusammengenommen: Eine Asthma-Diagnose kann eine Krise auslösen. Wir haben gute Möglichkeiten, Asthma zu behandeln und selber aktiv nicht nur für ein gutes Gelingen und das Erreichen einer Asthmakontrolle beizutragen, sondern nebenbei auch noch etwas Gutes für die Umwelt zu tun.